Die Rangierdiesellok Hespertalbahn V2 ist das älteste mit Verbrennungsmotor angetriebene Fahrzeug des Vereins und eine Kleinlokomotive vom Type Kö I (K=Kleinlokomotive, ö=ölbefeuert, Leistungsgruppe I). Sie ist seit 1976 und somit schon über 45 Jahre im Fahrzeugbestand der Hespertalbahn.
Am 11.04.2009 hatte die kleine Rangierlok Fristablauf und musste folglich abgestellt werden. Zu diesem Zeitpunkt war das Fahrzeug bereits 72 Jahre alt und der Verein entschloss sich neben der fälligen Hauptuntersuchung auch eine umfassende Restaurierung vorzunehmen.
Zum Zeitpunkt der Außerdienststellung befand sich der Betriebsmittelpunkt der Hespertalbahn noch im Bahnhof Zementfabrik. Umgehend wurde ein provisorischer Unterstand erstellt. Anschließend wurde begonnen die Rangierlok zu zerlegen sowie die Anbauteile einzulagern.
Bau eines provisorischen Unterstands im Betriebsgelände im Bahnhof Zementfabrik für die abgestellte Rangierdiesellok V2.
Fotos und Quelle: Wolfgang Meinert, 31.05.2009
Die ersten Anbauteile sind demontiert und wurden eingelagert.
Fotos und Quelle: Armin Schürings, 03.01.2010 (li.), Peter Sauren, 27.03.2010
Im nächsten Schritt werden die Nebenaggregate vom Motor wie z.B. Lichtmaschine und Anlasser demontiert und anschließend der Motor aus dem Rahmen gehoben.
Fotos und Quelle: Armin Schürings, 17.04.2009, 02.05.2009
Der Entwurf vor dem Projektbeginn für die Neulackierung der Diesellok V2.
Zeichnung und Quelle: Wolfgang Meinert, 30.04.2017
Wiederaufnahme des Projektes der Restaurierung der Rangierlok V2 Mitte 2017 im Lokschuppen.
Fotos und Quelle: Wolfgang Meinert, 30.04.2017
Wiederaufnahme des Projektes der Restaurierung der Rangierlok V2 Mitte 2017 im Lokschuppen.
Fotos und Quelle: Wolfgang Meinert, 30.04.2017
Die Kleinlok wurde systematisch zerlegt. Das Führerhaus und der Vorbau wurden abgebaut, die Lok wurde ausgeachst, der Motor ausgebaut und der Rahmen anschließend auf Hebeböcken gelagert. Alle Teile wurden begutachtet, aufgearbeitet oder ersetzt. So wurden z.B. die Achsen auf Beschädigungen und einer Rissprüfung unterzogen, die Lager instandgesetzt und der Motor überholt.
Der Rahmen der Rangierlok Hespertalbahn V2 ruhend auf den Hebeböcken.
Fotos und Quelle: Wolfgang Meinert, 23.02.2018
Die zwei untersuchten und aufgearbeiteten Achsen der Rangierlok Hespertalbahn V2.
Foto und Quelle: Wolfgang Meinert, 03.02.2018
Die vier aufgearbeiteten Puffer, die ihren neuen Außen anstrich mit der Neulackierung der Lok erhalten und die beiden Antriebsketten der Rangierlok Hespertalbahn V2.
Fotos und Quelle: Wolfgang Meinert, 03.02.2018
Anfang Februar 2018 wurde das Führerhaus und einige Säcke Strahlsand zwecks Sandstrahlung bei einer Fremdfirma verladen und abtransportiert.
Verladen der Palette mit den Säcken Strahlsand und des Führerhauses der Rangierlok Hespertalbahn V2.
Fotos und Quelle: Wolfgang Meinert, 03.02.2018
Das Führerhaus der Hespertalbahn V2 ist verladen, für den Transport gesichert und wird abtransportiert.
Fotos und Quelle: Wolfgang Meinert, 03.02.2018
20 Tage später kehrten die sandgestrahlten und grundierten Gehäuseteile wieder zurück zur Hespertalbahn.
Das Führerhaus und das Vorbaugestell sind gesandstrahlt und können zurück zur Hespertalbahn transportiert.
Fotos und Quelle: Thomas Wahle, 23.08.2018
Das Verladen und das Verzurren des Führerhauses und des Vorbaugestells mit dem anschließenden Transport zurück nach Essen zur Museumsbahn.
Fotos und Quelle: Thomas Wahle, 23.08.2018
Die Ankunft der sandgestrahlten Gehäusekomponenten am Lokschuppen in Essen-Kupferdreh.
Fotos und Quelle: Thomas Wahle, 23.08.2018
Anschließend wurden die Gehäuseteile mit der Hilfe des Zweiwegebaggers abgeladen.
Fotos und Quelle: Garry Hax, 23.08.2018
Unterstellen der Gehäuseteile zur Bestandsaufnahme und Weiterverarbeitung im Lokschuppen der Hespertalbahn.
Fotos und Quelle: Garry Hax, 23.08.2018
Das Führerhaus wurde begutachtet und hier mussten dann umfangreiche Blecharbeiten durchgeführt werden. Insgesamt mussten am Führerhaus und dem Motorvorbau zehn große Bleche ersetzt werden. Originalgetreu werden die neuen Bleche dabei angenietet – ein sehr aufwändiges und zeitraubendes Verfahren. Umgehend wurde Farbe aufgetragen, damit der Rost so schnell nicht wieder eine Chance bekommt.
Am Führerhaus mussten umfangreiche Blecharbeiten durchgeführt werden. Dabei wurden die Bleche originalgetreu angenietet.
Fotos und Quelle: Thomas Wahle, Februar 2019
Nach den Blecharbeiten und Neulackierung ist der Vorbau zur Montage auf den Rahmen bereit. Auch am Rahmen und Führerhaus sind die Blecharbeiten weitgehend abgeschlossen und der erste Anstrich aufgetragen.
Fotos und Quelle: Thomas Wahle, Februar 2019, Thomas Kiehne, Maerz 2019 (re.)
Die ersten Gehäuseteile haben eine Neulackierung bekommen.
Fotos und Quelle: Thomas Wahle (li.), Thomas Kiehne, 16.03.2019
An dem Motor wurden alle Nebenaggregate demontiert und die vier Zylinderköpfe abgebaut. Eine vollständige Zerlegung war nicht erforderlich, da nennenswerter Verschleiß an den Kolben und den Zylinderlaufbahnen nicht ersichtlich war. Die Zylinderköpfe, die Ventile einschließlich Kipphebeln wurden wieder montiert und die Ventile eingestellt. Der Motor mit allen Nebenaggregaten erhielt eine neue Lackierung. Das Getriebe der Lokomotive wurde lediglich zu einer Sichtung geöffnet, weitere Arbeiten sind nicht erforderlich.
Der Motor wurde am 31. Januar 2020 eingebaut. Dies erfolgte im Beisein des Regionalleiters der Sparda-Bank West, die das Projekt finanziell unterstützt, und von Vertretern der regionalen Presse sowie Radio Essen.
Anfang 2020 wurde der Motor eingebaut. Anschließend mussten noch die Nebenaggregate wie z.B. die Lichtmaschine und der Anlasser montiert werden.
Fotos und Quelle: Detlef Nickel, 31.01.2020 (li.), Wolfgang Meinert, 15.02.2020
Anschließend wurden noch am Motor die Nebenaggregate montiert, wie z.B. Lichtmaschine und Anlasser, der Vorbau und die Lampen montiert. Die Elektrik der gesamten Lokomotive wurde erneuert bzw. neu gebaut . Außerdem erhielt die Kleinlok ihre alte DB-Beschriftung.
Der Vorbau ist zur Montage bereit und der Führerstand ist fertig und beschriftet.
Fotos und Quelle: Wolfgang Meinert, 15.02.2020
Am Führerhaus müssen die Lampen montiert, anschließend die Elektrik verlegt und auf Funktion getestet werden.
Fotos und Quelle: Wolfgang Meinert, 15.02.2020, Jan Hermann, 27.02.2021 (re.)
Am 6. August 2021 wurde es spannend. Erstmalig nach 12 Jahren konnte der Anlasser betätigt werden. Der Motor sprang an und eine erste Testfahrt zum Endhaltepunkt bei Haus Scheppen wurde durchgeführt. Am Motor mussten noch einige Einstellungen nachjustiert werden, sodass die anfängliche Qualm-Entwicklung nicht mehr vorhanden war.
Anfang August 2021 wurde erstmalig nach 12 Jahren der Anlasser betätigt. Der Motor sprang an und eine erste Testfahrt zum Endhaltepunkt bei Haus Scheppen wurde durchgeführt.
Fotos und Quelle: Wolfgang Meinert (li.), Jan Hermann, 06.09.2021
Anfang November 2021 gab es einen Pressetermin mit der lokalen Presse und Radio Essen im Beisein des Regionalleiters der Sparda-Bank West über die offizielle Fertigstellung der Rangierlok Hespertalbahn V2 und deren Wiederinbetriebnahme.
Blick in den Führerstand der restaurierten Kleindiesellok Hespertalbahn V2.
Fotos und Quelle: Wolfgang Meinert, 05.11.2021
Die Rangierlokomotive Hespertalbahn V2 nach ihrer Wiederinbetriebnahme bei ihren ersten Einsaetzen.