Restaurierung des Personenwagens Nr. 4 (Start 2017) Drucken E-Mail

Im Jahr 2017 startet ein neues Projekt der Hespertalbahn. Ziel ist die betriebsfähige Restaurierung des Personenwagens Nr. 4 der Zeche Pörtingssiepen. Es handelt sich um ein Originalfahrzeug der Hespertalbahn, das von 1927 bis zur Stilllegung der Zeche im Jahr 1973 im Einsatz in einem nicht öffentlichen Personenverkehr für die Bergleute war. Der zweiachsige, sehr einfach gebaute Wagen mit offenen Plattformen wurde 1905 durch die Fa. Künstler & Co., Holzwickede, gebaut.

Nach seiner Restaurierung soll der Wagen im Museumszug der Hespertalbahn eingesetzt werden. Damit soll auf der heutigen Museumseisenbahn der tägliche Arbeitsweg der Bergleute während der Kohleepoche an der Ruhr erfahrbar und an die industrielle Vergangenheit des südlichen Ruhrgebiets erinnert werden.

Wagen Nr. 4 der Zeche Pörtingssiepen

Hintergrund des Projektes

Neben dem Transport von Material, Abraum und Kohle gab es auf der Hespertalbahn als Besonderheit von 1927 bis 1973 auch einen fahrplanmäßigen, nicht öffentlichen Personenverkehr, mit dem die Bergleute von Kupferdreh zur Zeche gebracht wurden.
Zu diesem Zweck verfügte die Zeche Pörtingssiepen zwischenzeitlich über zehn Personenwagen, von denen fünf im Jahre 1927 gebraucht erworben wurden. Es ist noch ungeklärt, zu welchem Zeitpunkt die weiteren fünf Fahrzeuge beschafft wurden und woher sie stammten.
Von allen Personenwagen, die sich im Besitz der Zeche Pörtingssiepen befanden, sind heute noch vier erhalten. Die Fahrzeuge gelangten nach der Zechenstilllegung zunächst zur Dampfeisenbahn Weserbergland. Die Wagen Nr. 2 und Nr. 4 konnten nach weiteren Stationen schließlich vom Hespertalbahn e.V. zurückerworben werden. Wagen Nr. 2 ist betriebsfähig und wird im regulären Betrieb eingesetzt. Die Wagen Nr. 5 und 6 befinden sich bei anderen Museumseisenbahnen im Einsatz. Mittel- bis langfristig ist beabsichtigt, auch diese beiden Fahrzeuge zurück zu erwerben, um auf der Hespertalbahn einen Museumsbetrieb mit jenen Original-Fahrzeugen darstellen zu können, die während des gesamten regulären Personenverkehrs der Zeche dort im Einsatz waren.

 

Projektablauf

Der Wagenkasten ist eine Holzfachwerkkonstruktion mit aufgesetzten Blechen. In das Fachwerk eingesetzt sind die holzgerahmten Fenster. Das Dach hat eine Stahlträgerunterkonstruktion, die mit Holz beplankt und mit Zinkblechen eingedeckt ist. Die gesamte Konstruktion ist stark abgezehrt und teilweise abgängig. Sie soll schrittweise demontiert und repliziert werden. Soweit möglich sollen hierbei die Originalteile instandgesetzt und wiederverwendet werden, im Übrigen werden neue Bauteile originalgetreu nachgefertigt. Bei der Inneneinrichtung des Wagens, die aus einfachen Holzsitzen besteht, wird auf die gleiche Weise vorgegangen, wobei hier auch einige der Sitze neu herzustellen sind, weil die Originalteile nicht mehr existieren.
Unter Verwendung der noch brauchbaren Originalteile und baugleicher Ersatzteile aus dem Bestand des Hespertalbahn e.V. werden zudem die Heizungs- und die Beleuchtungsanlage neu erstellt.
Die Restaurierungsarbeiten am Wagenkasten (ausgenommen Heizung und Beleuchtung), sowie die Entrostung und Lackierung des Fahrzeugrahmens sollen im Rahmen einer Arbeitsmarktmaßnahme durch den Essener Konsens ohne Berechnung von Lohnkosten durchgeführt werden. Die Stahlarbeiten am Rahmen und die Klempner-Arbeiten an der Dacheindeckung werden vergeben. Die übrigen Arbeiten werden durch den Verein selbst in ehrenamtlicher Leistung durchgeführt.

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 27. November 2017 um 19:24 Uhr
 

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