Hauptuntersuchung der Dampflok D5 (abgeschlossen) Drucken E-Mail

Die Dampflok HEPERTALBAHN D5 wurde 1956 gebaut und als Verschub- und Rangierlok im Kraftwerk Cuno in Hagen-Herdecke an der hier zum Harkortsee aufgestauten Ruhr eingesetzt. 1978 konnte die Dampflok vom "Verein zur Erhaltung der Hespertalbahn" uebernommen werden.

Bis zu ihrer Ausserbetriebnahme am 28.04.2002 wurde die Dampflok vor dem Museumszug eingesetzt.

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Die Dampflok HESPERTALBAHN D5 in Doppeltraktion mit der Dampflok HESPERTALBAHN D8 in Jahre 2001 am Museumsbahnsteig des alten koeniglich-preussischen Bahnhof zu Essen-Kupferdreh.
Foto und Quelle: Garry Hax, 21.10.2001

  • Hersteller: Arnold Jung Lokomotivfabrik, Jungenthal
  • Typ: CNTL
  • Baujahr: 1956
  • №: 12037
  • Bauart: C-n2t
  • Leistung: 640 PSi
  • Dienstgewicht: 54.000 kg
  • Hoechstgeschwindigkeit: 45 km/h

Zunaechst wurde die Lok D5 im Betriebsgelaende der Hespertalbahn im Bahnhof Zementfabrik in Essen-Kupferdreh abgestellt.

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Die nach ihrer Ausserbetriebnahme im Bhf. Zementfabrik in Jahr 2002 abgestellte Dampflok D5 noch vor der Kulisse der Zementfabrik Narjes & Bender.
Foto und Quelle: Garry Hax, 01.05.2002

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Die abgestellte Dampflok D5 im Jahre 2003 im Bhf. Zementfabrik. Im Hintergrund sind die Abrissarbeiten der Zementfabrik Narjes & Bender gut zu erkennen.
Foto und Quelle: Garry Hax, 01.05.2003

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2004, ein Jahr spaeter. Die abgestellte Dampflok D5 steht im Bhf. Zementfabrik vor den Schuttbergen der Zementfabrik Narjes & Bender.
Foto und Quelle: Stefan Kier, 24.07.2004

Im Jahre 2004 begann der Verein mit der umfangreichen Aufarbeitung der Lokomotive.

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Im Jahr 2005 und 2006 konnte man schon erahnen, dass an der Aufarbeitung der Dampflok D5 unter der Plane schon viel gearbeitet wird.
Foto und Quelle: Ulrich Berensmeier, 30.07.2005 (li. und mi.), 01.05.2006 (re.)

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Im Herbst 2006 wurde dann mit Hilfe des Zweiwegebaggers das Oberteil des Fuehrerhauses von Dampflok D5 abgehoben.
Foto und Quelle: Daniel Meier, 02.10.2006

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Die Dampflok D5 ist fast komplett unter Planen verschwunden. Dahinter steht das abgenommene Oberteil des Fahrerhauses.
Foto und Quelle: Garry Hax, 07.10.2006

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In den Folgejahren, hier die Jahre 2007 bis 2009, konnte der Aussenstehende nicht viel erkennen, was unter der Plane so alles passierte.
Foto und Quelle:
Armin Schuerings, 12.05.2007 (l.o.), 18.09.2008 (r.o.)
Wolfgang Meinert, 31.05.2009 (l.u.), 25.07.2009 (r.u.)

Aufgrund eines nicht vorhandenen Lokschuppens wurde die Lok Stueck fuer Stueck unter Planen eingehaust, unter der dann die Museumseisenbahner die Aufarbeitung bei Wind und Wetter vorantrieben.

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Weitere Blicke in die Tiefen der Dampflok D5, links Aufzehrungen und ein Schweissgeraet in der Feuerbuechse ueber dem Aschkasten.
Foto und Quelle: Armin Schuerings, 28.05.2007

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Weitere Blicke in die Tiefen der Dampflok D5, links Aufzehrungen und rechts ein Schweissgeraet in der Feuerbuechse ueber dem Aschkasten.
Foto und Quelle: Armin Schuerings, 16.11.2007

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Arbeiten im Kessel, links in der der Rauchkammer und rechts in der Feuerbuechse.
Foto und Quelle: Armin Schuerings, 28.05.2007

Bei der Zerlegung der Lok zeigten sich starke Abzehrungen an den Deckenankern und im Langkesselboden, so dass der Austausch der Deckenanker und das Einsetzen eines Flickens in den Kessel unumgaenglich waren. Im Fruehling 2008 waren alle Deckenanker aus dem Kessel ausgebaut und die Gewindeloecher in der kupfernen Feuerbuechse nachgeschnitten. Nach Anfertigung mehrerer technischer Zeichnungen der Anker, musste eine Firma gefunden werden, die die Anker fertigt. Nachdem eine Firma gefunden war, versandte der Verein das Rohmaterial dorthin, da dieses ein Pruefzeugnis vorweisen musste.

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Ausbau der alten Deckenstehbolzen.
Foto und Quelle: Daniel Meier, 15.12.2006, 03.02.2007

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Die alten Deckenstehbolzen sind entfernt.
Foto und Quelle: A. Schuerings, 28.05.2007

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Einschweissen der neuen Deckenstehbolzen. Rechts sind die Einschraubenden bereits abgetrennt.
Foto und Quelle: Daniel Meier, 05.04.2009

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Die neuen Deckenstehbolzen und die neuen Queranker sind montiert.
Foto und Quelle: Daniel Meier, 15.03.2009

Nachdem dies erledigt war, begann die Suche nach einer Firma fuer Kesselschweissarbeiten. Die Museumseisenbahner fanden eine Firma, die die Arbeiten als Sponsoring durchfuehrten, was der knappen finanziellen Situation des Vereins sehr gelegen kam.
Die Arbeiten begannen dann im Maerz 2009. Als erstes wurde mit dem Einschweissen der Deckenanker begonnen. Da Lok 5 eine kupferne Feuerbuechse besitzt wurden die Deckenanker nur im Stehkessel verschweisst. In der Feuerbuechse wurden sie nach Beendigung der Schweissarbeiten von den Museumseisenbahnern selber dampfdicht verstemmt.

Der Einbau des Flickens erfolgte zwei Wochen spaeter, da das Material erst auf den Kesseldurchmesser vorgewalzt werden musste. Zum Einbau des Flickens u zunaechst das alte Blech herausgetrennt und die Schweisskanten geschliffen werden. Des Weiteren musste am alten Kesselblech eine Risspruefung vorgenommen werden. Nachdem Einpassen des neuen Flickens, der aus Gewichtsgruenden in zwei Teile geteilt worden war, erfolgte das Einschweissen durch zwei Kesselschweisser. Zum Abschluss der Arbeiten wurden am eingeschweissten Flicken noch die Laengsnaehte geroentgt. Das Ergebnis war jedoch ohne Befund, worauf kein Nachschweissen bzw. Ausbessern der Schweissnaht noetig war.

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Im Langkessen werden die alten Segmente herausgetrennt.
Foto und Quelle: Daniel Meier, 05.04.2009

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Das Loch im Langkesselboden nach dem heraustrennten der schadhaften Stellen.
Foto und Quelle: Daniel Meier, 05.04.2009

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Die beiden neuen Flicken werden im Boden des Langkessels einpassen.
Foto und Quelle: Daniel Meier, 05.04.2009

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Die beiden neuen Flicken werden im Boden des Langkessels eingeschweisst.
Foto und Quelle: Daniel Meier, 05.04.2009

Danach wurden noch der Wechsel von fuenf Bodenankern und der Einbau der neuen Kesselrohre durch die Museumseisenbahner vorgenommen.
siehe Bericht "11.11.2011 - Dampflok D5 bestand Druckpruefung"

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Die angelieferten neuen Kesselrohre fuer die Dampflok D5 warten auf ihren Einbau.
Foto und Quelle: Herbert Hoevel, 11.11.2011

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Eine stattliche Anzahl von 324 Rohre fuer die Dampflok D5, zwischengelagert auf dem Flachwagen der Hespertalbahn.
Foto und Quelle: Herbert Hoevel, 11.11.2011

Parallel zur Aufarbeitung des Kessels wurden im Bhf. Zementfabrik vor Ort unter freiem Himmel in der "Brombeerwerkstatt der Hespertalbahn" der Kohlekasten, der Aschkasten und grosse Teile des Fuehrerhauses neu gebaut.
Im Jahre 2012 kam das Projekt "Hauptuntersuchung der Dampflok D5" zum Stillstand. Aufgrund des bevorstehenden Baus eines Lokschuppens mit einem neuen Betriebsgelaende sowie den damit verbundenen Umzug und Rueckbau des alten Betriebsgelaendes, musste der Verein die Kraefte auf diese Mammutaufgabe buendeln.

Ende 2014 war der neue Lokschuppen bezugsfertig und als erstes Fahrzeug der Hespertalbahn uebersiedelt die Dampflok D5 in den neuen Schuppen. Nachdem die "Brombeerwerkstatt" im Bhf. Zementfabrik verlassen, die Museumseisenbahner unter einem festen Dach an der Lok arbeiteten, konnte ab dem Jahre 2015 Woche fuer Woche der Fortschritt der Aufarbeitung beobachtet werden.

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Nach Stillstand an der Aufarbeitung der Dampflok D5 aufgrund des Lokschuppenbaus und des Umzuges ins neue Betriebsgelaende wurde Ende 2004 die Arbeit wieder aufgenommen.
Foto und Quelle: Joachim Derpmann, Dez. 2014

Zunaechst wurde, das ueberholte Oberteil des Fuehrerhauses wieder aufgesetzt, die Wasserkaesten aufgearbeitet und anschliessend montiert.

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Zunehmend konnte jetzt der Fortschritt an der Aufarbeitung der Dampflok D5 beobachtet werden.
Foto und Quelle: Joachim Derpmann (li.), Apr. 2015, Wolfgang Meinert (re.), 18.06.2015

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Bei der offiziellen Einweihung des Lokschuppens im Juli 2015 praesentierte sie die Dampflok D5 bereits weit fortgeschritten in ihrer Aufarbeitung der OEffentlichkeit.
Foto und Quelle: Matthias Kleemeier (li.), Wolfgang Meinert (re.), 25.07.2015

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Die aufgearbeiteten und grundierten Wasserkaesten der Dampflok D5.
Foto und Quelle: Wolfgang Meinert, 18.06.2015

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Die aufgearbeiteten Wasserkaesten sind an der Dampflok D5 wieder montiert.
Foto und Quelle: Garry Hax, 03.07.2016

Danach widmeten sich die Eisenbahner dem Fahrwerk. Im Jahre 2016 wurde die Dampflok D5 aufgebockt und ausgeachst. Anschliessend wurden die drei Achsen komplett ueberholt und neue Lager gegossen.

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Im naechsten Arbeitsschritt wurde die Dampflok D5 aufgebockt, um sie ausachsen zu koennen.
Foto und Quelle: Thomas Wahle, 27.08.2016

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Die Achsen sind frei und koennen herausgerollt werden.
Foto und Quelle: Thomas Wahle, 27.08.2016

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Die drei Achsen stehen bereit fuer ihre Aufarbeitung.
Foto und Quelle: Wolfgang Meinert, 28.08.2016

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Waehrend die Achsen aufgearbeitet wurden, gingen parallel die Arbeiten an der Dampflok D5 weiter.
Foto und Quelle: Wolfgang Meinert, 26.03.2017

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Im Maerz 2017 waren die Achsen aufgearbeitet und bereit fuer den Wiedereinbau.
Foto und Quelle: Wolfgang Meinert, 26.03.2017

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Im April 2017 war die Dampflok D5 eingeachst und stand wieder auf ihren eigenen Raedern. Die Kolben- und Kuppelstangen waren montiert und die Treibstange auf der Heizerseite wartete noch auf ihre Montage.
Foto und Quelle: Wolfgang Meinert, 30.04.2017

Neben vielen weiteren Arbeiten an der D5 bekam parallel der Fuehrerstand einen neuen Boden. Zunaechst wurde eine Unterkonstruktion mit einer Montageklappe gebaut, um abschliessend den Holzdielenboden darauf zu verlegen. Weiterhin wurde der neue gruene Anstrich aufgetragen sowie die neuen Fenster eingesetzt.

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Die Unterkonstruktion fuer den Holzdielenboden im Fuehrerhaus der Dampflok D5.
Foto und Quelle: Wolfgang Meinert, 30.04.2017

Zur betriebsfaehigen Aufarbeitung einer Dampflok gehoert nicht nur koerperlich harte, schwere, schmutzige Arbeit und grosse Maulschluesselweiten, sondern auch gewisse Fein- bzw. Uhrmacherarbeiten. So wurde der Tachometer mit dem dazugehoerigen UEbersetzungsgetriebe komplett ueberarbeitet, wobei der antike Scharm des Geschwindigkeitsmessers beibehalten wurde.
siehe Bericht "10.09.2017 - Instandsetzung des Tachos der Dampflok D5"

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Der Tacho nach der Lackierung. Auch das Schloss erhielt einen neuen Schluessel.
Foto und Quelle: Wolfgang Meinert, 19.08.2017

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Blick auf den Tacho im Fuehrerstand der Dampflok HESPERTALBAHN D5.
Foto und Quelle: Wolfgang Meinert, 19.08.2017

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Blick auf den unteren Teil der Tachowelle, montiert am Ende der Gegenkurbel am Fahrwerk. Oben das UEbersetzungsgetriebe zwischen der Aufnahme an der Gegenkurbel und dem Tachoeingang.
Foto und Quelle: Wolfgang Meinert, 19.08.2017

Im Juli 2017 nahm dann die Dampflok D5 nach ersten kalten Testfahrten und Kesselabnahme durch den Tuev die ersten Meter Gleis aus eigener Kraft unter die Raeder.

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Ende Juli 2017 war es dann so weit. Die angeheizte Dampflok D5 nimmt wieder aus eigener Kraft die Gleise der Hesperterbahn unter die Raeder.
Foto und Quelle: Dirk Pielarski, 26072017

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Letzte Einstellungen und Nachjustierungen an den Kesselsicherheitsventilen wurden im Betriebsgelaende noch durchgefuehrt.
Foto und Quelle: Thomas Wahle, 26.07.2017

Am 6. August 2017 war dann der grosse Tag. Erstmalig nach ihrer Ausserbetriebnahme im Jahre 2002 wurde die neu aufgebaute und frisch hauptuntersuchte Dampflok D5 als erster Test im Regelbetrieb fuer die zukuenftigen Fahrtage im Fahrplan der Hespertalbahn mit in den Museumszug eingereiht. Ab der dritten Fahrt um 13:00 Uhr war sie mit dabei. Anfaenglich begleitete die Fahrten noch die Diesellok HESPERTALBAHN V1 am Ende des Museumszuges. Um 16:45 Uhr war es dann so weit, erstmalig allein ohne begleitende Diesellok V1 zog die Dampflok D5 den Museumszug ueber die Museumstrecke von Essen-Kupferdreh nach Haus Scheppen und brachte ihn auch wieder planmaessig zurueck nach Essen-Kupferdreh.
siehe Bericht "06.08.2017 - Erster Test der Dampflok D5 im Fahrbetrieb"

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Im August 2017 steht die angeheizte Dampflok D5 nach einem letzten Check einsatzbereit hinter dem Lokschuppen.
Foto und Quelle: Wolfgang Meinert, 06.08.2017

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Puenktlich um 13:00 Uhr macht sich der Museumszug, erstmalig wieder gezogen von der Dampflok D5, auf den Weg zum Endhaltepunkt bei Haus Scheppen.
Foto und Quelle: Wolfgang Meinert, 06.08.2017

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Der Museumszug am Bahnsteig am Endhaltepunkt bei Haus Scheppen. Die Dampflok D5 ist bereit den Museumszug zurueck nach Essen-Kupferdreh zu ziehen.
Foto und Quelle: Wolfgang Meinert, 06.08.2017

Seitdem zieht die Dampflok HESPERTALBAHN D5 an den Fahrtagen den historischen Museumszug wieder ueber die Gleise entlang des Baldeneysees.

Wolfgang Meinert

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 06. November 2022 um 09:38 Uhr
 

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